Nachhaltigkeit – Jeder Schritt zählt

Nachhaltigkeit – kaum ein anderer Begriff ist in jüngster Zeit so populär geworden wie dieser. Aber was bedeutet das genau Nachhaltigkeit?

Schaut man Begriffsdefinitionen an, so stellt man fest, dass es verschiedene Definitionen gibt, je nachdem, ob die Definition, wirtschaftlich, ökologisch oder politisch ausgerichtet ist. Die meist gebräuchliche Definition ist wohl die aus dem Bundtland Bericht der Vereinten Nationen von 1987. Dieser besagt, dass nachhaltige Entwicklung eine Entwicklung ist, die gewährleistet, dass künftige Generationen nicht schlechter gestellt sind, ihre Bedürfnisse zu befriedigen als gegenwärtig Lebende.

OK damit kann ich als Mutter etwas anfangen, denn natürlich möchte ich zu einer Entwicklung beitragen, die gewährleistet, dass mein Sohn, die Enkelkinder ein lebenswertes Leben haben, dass sie Tiere in freier Wildbahn beobachten können, frische Luft atmen, sauberes Trinkwasser haben etc. und ich frage mich, was kann ich dazu beitragen?

Während ich das schreibe, höre ich schon, wie der Ein oder Andere sagt, der Einzelne kann da wenig machen, die Politik und die Wirtschaft müssen das richten, aber dem muss ich entschieden widersprechen.

Das Einzige was ich nämlich wirklich beeinflussen kann, ist mein eigenes Handeln. Ich bin überzeugt davon, wenn jeder sich vornimmt Umwelt bewusster, Ressourcen schonender zu leben, bereits ein großer Schritt getan ist.

Naiv? Vielleicht! Aber wer hätte gedacht, dass ein Schulmädchen aus Schweden so viel bewirken kann.

Also habe ich mir Anfang des Jahres Gedanken gemacht, was genau ich tun kann, um „bewusster“ zu leben. Da ich ein Freund von Listen bin, habe ich also eine Liste erstellt, was ich letztes Jahr schon getan habe und was ich noch mehr tun kann und über welche Bereiche ich mich einfach noch mehr informieren möchte.

1. Thema – Müll

Vorweggestellt, ein wirtschaftlicher Umgang mit Müll setzt eine gute Trennung voraus. Ich denke da hat nahezu jeder noch Potential.

1 gelber Sack in 3 Wochen – es geht !

„Plastikmüll“ bzw. Gelber Sack

Sichtbar und greifbar ist für mich das Thema Plastik insbesondere alle 3 Wochen, wenn ich die gelben Säcke vor die Tür stelle. Letztes Jahr hatte ich mir vorgenommen das Plastikaufkommen für unseren Haushalt (3 Erwachsene) auf zwei Säcke alle drei Wochen zu reduzieren. Das hat gut geklappt, aber ich denke da geht noch mehr und daher möchte ich dieses Jahr auf einen Sack pro 3 Wochen reduzieren. Ein Blick in die Säcke zeigt mir deutlich, wo noch Einsparungspotential ist oder welche Dinge man noch einem anderen Zweck zuführen kann (Upcycling).

Hier einige Beispiele:

Fleisch kaufe ich schon weitestgehend beim Metzger oder an der Fleischtheke von Edeka unverpackt mit meinen eigenen Dosen. Bei Wurst fehlt mir diese Konsequenz manchmal noch, bei Käse gibt es da auch noch Handlungsbedarf. Bei Joghurt, Pudding und Eis habe ich so gut wie keine Plastikabfälle mehr, denn das mache ich selbst. Ihr könnt Euch nicht vorstellen was ich allein dadurch schon eingespart habe!

Obst und Gemüse kommen im Sommer zu 90% aus dem eigenen Garten, im Winter bemühe ich mich soviel wie möglich unverpackt zu kaufen, man hat mittlerweile doch häufig die Wahl.

Wasser gibt es bei uns nur in Glasflaschen, aber wie sieht es bei Saft und Milch aus? Milch gibt es im Handel nur als Frischmilch in Flaschen, nicht als homogenisierte Milch, die ich aber gerne als Back-Up da habe. Die Milchkartons verwende ich zu zweidrittel weiter als Anzuchttöpfchen für Jungpflanzen, Dosen finden vielfältige Verwendung, da kommen noch einige DIY Beiträge dazu. Für die Saftkartons gibt es leider keine Verwendung, also künftig auch Saft nur noch in Flaschen kaufen und Sonderangeboten im Discounter widerstehen..

Putzmittel stelle ich teilweise selbst her oder kaufe zumindest Welches in recyceltem Plastik. Gleiches gilt für Kosmetik, Haarpflegeprodukte, Zahnpasta und Duschgels. Wo es möglich ist , greife ich immer auf die Refill-Variante zurück. Rossmann und DM testen bereits Nachfüllstationen in ausländischen Märkten und ich hoffe das diese auch bald in Deutschland eingeführt werden.

Biomüll

Da wir einen eigenen Garten haben, kompostiere ich einen großen Teil unserer Bioabfälle, über einige Leckereien freuen sich auch die Hühner des Nachbarn und der Rasenschnitt wandert als Mulch auf die Beete. Auch plane ich den Einkauf so, dass keine Lebensmittel verderben, die man dann entsorgen müsste.

Papier

Papiermüll lässt sich in einer Agentur leider nicht vermeiden. Privat versuche ich aber so viel einzusparen wie möglich. Für Prospekte nutze ich eine App und habe auf dem Briefkasten ein „keine Werbung“ Schild angebracht. Auf Küchenrollen verzichte ich vollkommen, Toilettenpapier kaufe ich in der recycling-Variante. Schreiben mit einer weißen Rückseite kann man prima in Notizzettel schneiden und als Einkaufsliste, Telefonnotizen etc. verwenden.

Restmüll

Wer seinen Müll konsequent trennt, hat nach meiner Auffassung kaum Restmüll. Viele Dinge, die in die Restmülltonne wandern, kann man häufig mit etwas Aufwand reparieren oder nicht mehr benötigte Sachen lassen sich oft noch auf dem Flohmarkt, Ebay-Kleinanzeigen etc. verkaufen oder auch verschenken.Wir jedenfalls stellen die Restmülltonne nur einmal im Vierteljahr raus.

2. Thema – Energie

Sowohl Strom als auch Gas haben wir bereits in Ökotarife umgestellt, aber ein Blick auf die Verbrauchsabrechnungen zeigt, da gibt es bestimmt noch Einsparungspotential.

Einige Ideen dazu:

  • Rollläden im Winter schließen sobald es dunkel wird.
  • Raumtemperatur um 1 Grad senken.
  • Backofen mit Umluft betreiben (wenn möglich) und immer mehrere Dinge auf einmal reinstellen. Wenn ich Pizza oder einen Auflauf mache, backe ich beispielsweise gleichzeitig noch das Brot mit…
  • Geräte komplett abschalten und nicht im Standby Modus halten.

3. Thema – Wasser

Wasser ist ein kostbares Gut, dass wir meiner Meinung nach als zu selbstverständlich ansehen. Wer einmal ein afrikanisches Land besucht hat oder Besuch von dort hatte, weiß wovon ich spreche.

Ich bewässere unseren Garten zu 90 % mit Regenwasser aus dem Regentank (für jeden ganz einfach zu installieren!). Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen alle Beete zu mulchen und nicht nur einen Teil, denn dann verdunstet weniger Wasser und man muss weniger gießen.

Im Winter wird die Regentonne kaum genutzt, sogar zum Teil entleert zur Vermeidung von Frostschäden, dass bringt mich auf die Idee das Wasser für die Toilette zu benutzen, denn da verschwindet sowieso zu viel Trinkwasser.

4. Thema -Transportmittel

Ein wunder Punkt bei mir sind die Themen Auto und Urlaub. Ich oute mich jetzt mal und sage, dass wir einen SUV fahren. Benziner, 4 Jahre alt und nach Ende der Finanzierung wird garantiert kein so großes Auto mehr angeschafft! Ganz ehrlich die Sensibilität für das Thema war vor 4 Jahren einfach noch nicht so da. Immerhin haben wir damals zwei ältere Autos durch das Eine ersetzt und teilen es uns jetzt. Das Auto auf dem Land ganz abzuschaffen ist beim derzeitigen Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln (bei uns fährt noch nicht einmal ein Schulbus!) nicht möglich. Aber es geht mit Sicherheit eine Nummer kleiner und mit einem alternativen Antrieb.

Was sofort geht, ist Fahrten besser zu planen, zusammen zu legen und auch mal kleinere Strecken zu Fuß und mit dem Rad zurückzulegen.

Urlaub ist etwas was jedem zusteht und bestimmte Ziele lassen sich eben nur mit dem Flieger erreichen, aber Wochenendtrips mit dem Flieger oder Inlandsflüge sollte man sich wirklich gut überlegen. Bei dem Thema Kompensation bin ich sehr zwiegespalten. Andere dafür bezahlten, dass ich mein Verhalten nicht ändere, hat irgendwie etwas von Ablasshandel. Wenn sich der Flug aber nicht vermeiden lässt und damit sinnvolle Projekte in der dritten Welt finanziert werden, ist dies besser als Nichts – jeder Schritt zählt.

Ich hoffe ich bin jetzt nicht irgendwie oberlehrerhaft rüber gekommen. Ich möchte hier nur aufzeigen was ich mir für Gedanken mache für mich und mein Umfeld, das Ganze ist für mich auch ein sich ständig weiter entwickelnder Prozess.

Wie denkt Ihr über all diese Themen? Was macht Ihr so, habt Ihr gute Tipps? Über Kommentare würde ich mich sehr freuen, frei nach dem Motto: Wenn Du eine Idee hast und ich eine Idee, dann haben wir schon zwei..

Ein Gedanke zu „Nachhaltigkeit – Jeder Schritt zählt

  • 2. März 2020 um 9:57
    Permalink

    Gute Ideen! Wir sollten uns alle nach den Prinzipien orientieren: reduce, reuse, repair, recycle, recover

    Antwort

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