Milpa/Indianerbeet anlegen

– Eine tolle Idee auch für kleine Gärten –

Jedes Jahr im Mai hört meine nähere Umgebung von mir den Satz: “ Ich brauche mehr Anbaufläche“, denn jedes Jahr wird meine Wunschliste mit Gemüsen, die ich mal ausprobieren möchte, länger. Dieses Jahr wollte ich unbedingt ein Milpa Beet anlegen, wie das auch in Deinem Garten gelingt, erfährst Du hier.

Was bedeutet Milpa?

Ein Milpa Beet ist ein Beet, indem eine Mischkultur aus Mais, Bohnen und Kürbis angebaut wird. Es ist keine Erfindung der Neuzeit, sondern eine Anbauform, die in Mittel-und Südamerika von den Ureinwohnern seit jeher praktiziert wird und deshalb auch „Indianerbeet“ genannt wird.

Warum das Indianerbeet auch in kleinen Gärten eine gute Idee ist?

Da die drei Gemüsepflanzen sich optimal ergänzen, kannst Du mit einer kleinen Fläche anfangen. Mein Beet, dass ich dafür ausgewählt habe, ist 2,20 m lang und 1,20 m breit. Bei der Auswahl des Beetes solltest Du lediglich darauf achten, dass Du ein Beet am Rande wählst, da der Mais doch sehr hoch wächst und viel Schatten wirft. Den Boden musst Du dabei nicht besonders aufbereiten, da das Trio sich quasi selbst versorgt und auch auf schlechteren Böden gedeiht. Die drei Pflanzen beanspruchen verschiedene Nährstoffe und „Etagen“ im Beet, daher kommen sie sich auch auf engem Raum nicht in die Quere. Der Mais dient dabei den Bohnen als Rankhilfe, während der Kürbis darunter wächst und mit seinen großen Blättern den Boden beschattet und die Feuchtigkeit darin hält und auch Wildkräuter unterdrückt.

Pixabay

Warum ist das Milpa Beet eine ideale Mischkultur?

Bei einer idealen Mischkultur fördern sich die Pflanzen gegenseitig. So auch bei dem Indianerbeet. Interessant ist dabei das Wurzelsystem. Der Kürbis hat den höchsten Stickstoff-Bedarf und bleibt in der oberen Bodenschicht, der Mais geht auf seiner Nährstoffsuche in die tiefer liegenden Schichten und die Bohnen brauchen als Leguminosen-Gewächse gar keinen Stickstoff, sondern bilden diesen sogar und geben ihn an Kürbis und Mais ab.

Meine Sortenwahl für das Indianerbeet

Bei der Sortenwahl habe ich mich ganz auf die Profis von der Bingenheimer Saatgut AG verlassen und die Späte Zuckermaissorte „Tramunt“ mit der ertragreichen Stangenbohne „Neckarkönigin“ und dem Kürbis „Sweet Dumpling“ kombiniert bzw. fix und fertig als Maya-Mix gekauft. Bei einem Gespräch mit einer Gartenfeundin hat diese mir im Nachhinein die Stangenbohne „Blauhilde“ empfohlen, da diese lila ist und in dem „Dschungel“ besser zu sehen sei. Wenn sich das Milpa Beet bewährt, eine Idee, die ich mir fürs nächste Jahr notiert habe. Beim Kürbis könnt ihr auch einen Hokkaido nehmen.

Kürbis/Pixabay.de

So legst Du das Milpa Beet an.

Man kann natürlich alle drei Gemüse nach den Eisheiligen direkt ins Beet säen, dabei sollte man die Bohnen aber erst pflanzen wenn der Mais schon mindestens 15 cm hoch ist.

Ich habe den Mais Ende April mit dem Kürbis an der Fensterbank angezogen, recht früh ins kalte Gewächshaus umgesiedelt, um dann nach den Eisheiligen direkt das Beet komplett bestellen zu können. Leider wurde von der Bohnensaat sehr viel von Vögeln geräubert, sodass ich noch ein paar Feuerbohnen nachgesät habe.

Bei meiner Beetgröße von 2.64 qm habe ich 10 Maispflanzen in 2 Reihen gepflanzt und in einem Abstand von 5 cm je 2 Bohnensamen pro Maispflanze dazu gesteckt. Zwei Kürbisse habe ich zwischen die Reihen gepflanzt und zwar ziemlich am entgegengesetzt Rand.

Indianerbeet/midlifeblog.de

Solltest Du jetzt auf den Geschmack mit dem Milpa Beet kommen, kannst Du das Anfang Juni immer noch starten, der Kürbis und die Bohnen holen den Rückstand bei gutem Wetter noch problemlos auf und beim Mais würde ich dann vielleicht eine etwas frühere Sorte, mit einer etwas kürzeren Kulturzeit nehmen.

Also wenn Du noch Platz in deinem Garten hast, dann starte jetzt und berichte mir gerne über deine Erfahrungen im Milpa Beet. Ich werde Euch über den Fortschritt meines Beetes auf dem laufenden halten und auch über die Ernte berichten.

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