Gärtnern mit Hochbeeten

Ein Trend der seit einigen Jahren an Fahrt aufgenommen hat, ist das Gärtnern mit Hochbeeten. Hochbeete bieten sehr viele Vorteile und sind auch besonders gut für Gartenanfänger geeignet. Aber wie bei Allem, sind auch beim Gärtnern mit Hochbeeten einige Dinge zu beachten bzw. einige Dinge absolut überflüssig und nur dazu da dem Verbraucher das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Was bietet ein Hochbeet für Vorteile?

Ein unschlagbares Argument für Hochbeete, ist dass es äußerst Rücken schonend ist. Man kann auf einer normalen Arbeitshöhe pflanzen, pflegen und ernten.

Ein weiterer Vorteil sind im Frühjahr die höhere Temperatur in Hochbeeten durch die Verrottungsprozesse in den unteren Beetschichten. Mit einer Gartenvliesabdeckung oder einem Frühbeetaufsatz kann man dort schon im Februar mit dem Pflanzen beginnen.

Zumindest in den ersten Jahren finden sich in den Hochbeeten kaum Beikräuter oder Schnecken, was Gärtern mit Hochbeeten besonders pflegeleicht macht.

Hochbeete kaufen oder selbst machen?

Gärtnern mit Hochbeeten
Foto Pixabay

Keine Frage, es gibt richtig tolle Hochbeete zu kaufen , die gerade wenn sie an die Terrasse anschließen, sehr stylisch aussehen, aber dafür haben diese Beete auch wirklich stolze Preise. Und dann gibt es sehr günstige Hochbeete zu kaufen, die oft aus Plastik sind und auf die man daher getrost verzichten kann.

Wer auf sein Budget achten möchte, der ist oft gut beraten seine Hochbeete selbst zu bauen. Das ist leichter als frau denkt und die Maße lassen sich viel flexibler auf die örtlichen Gegebenheiten anpassen.

Ob man dabei Steine verwendet, zum Beispiel Pflanzsteine oder auf Holz setzt, ist reine Geschmacksache. Steinbeete haben den Vorteil, dass sie witterungsbeständig sind und die Steine prima die Wärme speichern und diese dann nachts ans Beet abgeben. Den Bau eines Steinbeets verlinke ich Euch hier.

Auch Low Budget Beete aus Paletten sind gerade wenn man zur Miete wohnt ein guter Einstieg. Man sollte nur daran denken, dass diese nicht für die Ewigkeit bestimmt sind. Meine 3 Hochbeete aus Mehrwegpaletten mit den Maßen 2m mal 1 m haben uns gerade einmal mit Winkeln und Schrauben 70 Euro gekostet und stehen schon seit 5 Jahren. Wichtig ist, dass man sie sowohl innen wie außen mit einem Holzschutzversieht, mit einem Vlies innen auskleidet (haben wir leider versäumt, sodass öfter mal am Rand etwas Erde rausrieselt) und am Boden Kaninchendraht befestigt, als Schutz vor Wühlmäusen und Ratten. Eine richtige Folie sollte wenn überhaupt nur an den Seitenwänden angebracht werden, da von unten ja die Bodenlebewesen Einzug halten sollen. Anleitungen zum Bau gibt es massenhaft im Internet.

Wann mit dem Hochbeet starten?

Die Antwort darauf ist am Besten im Februar/März. Im Februar fällt sehr viel Grünschnitt an, womit man prima kostenlos die unterste Schicht des Hochbeetes befüllen kann. Hat man das Hochbeet fertig, kann man Anfang März direkt mit dem Pflanzen beginnen. Wählt man dabei für die Erstbepflanzung Gemüse mit einer kurzen Kulturzeit (Radieschen, früher Kohlrabi, Salate etc. sind locker 3 Ernten im ersten Jahr möglich. Als Hauptkultur sollte man im ersten Jahr auf jeden Fall Starkzehrer nehmen, denn richtig befüllt enthalten die Beete eine riesige Menge an Nährstoffen. Ich hatte im ersten Jahr im Tomatenbeet eine gigantische Ernte, die mit dazu geführt hat, dass mich das Gärtnern so gepackt hat.

Wie das Hochbeet richtig befüllen?

Wenn frau im Gartencenter oder Baumarkt unterwegs ist, staunt sie nicht schlecht, was für die Hochbeete alles an Füllmaterial angeboten wird. Denn der Handel hat sich richtig auf den Trend Hochbeet eingestellt. Wenig lustig finde ich allerdings, dass Kompost oder Erde fürs Hochbeet nur durch die Silbe „Hoch“ oft 3 bis 4 Euro teurer sind, als Erde für das normale Beet.

Wie oben schon berichtet findet ihr Äste und Heckenschnitt zu Hauf im eignen Garten oder im Garten des Nachbarn und damit könnt ihr locker die unteren 25 % des Beetes füllen. Weitere 20% kann man mit anderen organischen Materialien wie Rasenschnitt, ungekochten Gemüseabfällen und Laub füllen. Danach kommt eine Schicht normale Gartenerde, da die schon Bodenlebewesen enthält, dann etwas Kompost und zum Schluss eine Schicht Pflanzerde. Den Kompost bekommt ihr häufig günstig im örtlichen Kompostwerk, auf jeden Fall günstiger als die Sackware im Handel.

Wichtig ist, dass ihr die untersten Schichten etwas verdichtet, sonst sinkt Euch das Beet im ersten Jahr extrem ab. Also einfach nach der zweiten Schicht rein steigen und etwas nieder trampeln.

Die richtige Höhe fürs Hochbeet

Die meisten Hochbeete sind zwischen 60 und 90 cm hoch. 60 cm bedeutet zwar, dass man sich doch etwas bücken muss, dafür braucht man aber weniger Füllmaterial und kann es auch mit etwas höheren Pflanzen bestücken. 90 cm ist für die Meisten die bequemste Arbeitshöhe dafür benötigt man aber 1/3 mehr Füllmaterial. Auch hier gilt, möglich ist was gefällt.

Düngen im Hochbeet

Das tolle am frischen Hochbeet ist, dass es keine zusätzlichen Nährstoffe benötigst, in den ersten beiden Jahren genügen die Nährstoffe vollkommen für den Anbau von Stark- und Mittelzehrern. Danach nimmt man entweder ein Jahr lang Schwachzehrer und eine Gründüngung im Herbst oder aber man muss sein Hochbeet sowieso etwas auffüllen, dann nehme ich dazu meist Kompost und etwas Hühnermist und schon ist der Boden wieder mit genügend Nährstoffen angereichert.

Ich hoffe Ihr seit jetzt etwas auf den Geschmack gekommen fürs Gärtnern mit Hochbeet und könnt wenn Ihr wollt sofort loslegen. Auch wenn Ihr noch keine Erfahrung habt, legt einfach los, startet mit einfachen Kulturen und dann wird Euch das Gartenfieber schon packen. Warum Du überhaupt zum Selbstversorger werden solltest erfährst Du hier. Viel Spaß und Erfolg.

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