Gärtnern bei Dauerregen

Wer hätte das gedacht, zwar ist für die Eisheiligen kein Frost mehr gemeldet, aber dafür zumindest bei uns im Westen 10 Tage Dauerregen. Dies stellt mich und sicher auch Euch zur Zeit vor eine gärtnerische Challenge: Gärtnern bei Dauerregen – geht das? Welche Auswirkungen hat der Dauerregen auf Jungpflanzen und Aussaaten? Welche Tricks gibt es, die Pflanzen zu schützen?

Grundsätzlich kann man sagen, dass Regen gut für die Vegetation ist, insbesondere durch die letzten trockenen Jahre, hat die Natur einen deutlichen Nachholbedarf. Dies kann man gut beobachten an den Bäumen, denen der Regen richtig gut tut, aber ein großer Teil der Pflanzen kommt mit Staunässe und Starkregen leider nicht zurecht.

Was kann bei starkem oder tagelangem Regen passieren?

Saatgut: Gemüsesamen verfaulen im viel zu kalten, nassen Boden. Die benötigte Temperatur zur Keimung wird nicht erreicht und die Saat kann nicht aufgehen. Das Saatgut wird zudem weggeschwemmt.

Wurzeln: Die Wurzeln von jungen Sämlingen, aber auch von Stauden (mehrjährige Blüten- und Blattschmuck-Pflanzen) und Sommerblumen beginnen zu faulen.

Stängel und Blätter: Können durch Starkregen beschädigt werden und knicken um. Wahrscheinlicher ist aber eine Infektion mit Mehltau-Pilzen und anderen Erregern. Die ständige Nässe und fehlende Sonne begünstigt die Krankheiten. Besonders betroffen sind Tomaten und Kürbisgewächse.

Blüten: Aufgegangene Blüten verregnen, sehen fleckig und farblos aus. Oft verfaulen die Knospen vor dem Aufgehen. Besonders betroffen: gefüllte Blüten von Rosen, Geranien, Petunien, Fuchsien.

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Ernte: Alle Früchte und Gemüsearten brauchen Wärme und Sonne, damit sie reifen können. Fehlt beides über einen längeren Zeitraum und ist es dabei nicht nur kalt, sondern auch permanent nass, verfaulen Früchte an der Pflanze. Andere reifen gar nicht erst aus oder die Ernte verzögert sich und ist weniger ergiebig. Ein Grund für einen Ertragseinbruch ist auch, dass Bienen bei Dauerregen nicht fliegen können und so viele Blüten nicht bestäubt werden. Besonders betroffen: Erdbeeren

Schädlinge: Wenn es dauernass ist, freuen sich nur die Schnecken. Die glitschen dann fröhlich herum, essen alles auf und vermehren sich prächtig.

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Welche Tricks und Hilfsmittel gibt es für das Gärtnern bei Dauerregen?

Direktsaaten und Jungpflanzen kann man mit Vlies schützen. Beim Kauf von Vlies solltet ihr aber auf jeden Fall auf Qualität achten, die sehr dünne Baumarktware reißt schnell und bietet auch nur doppelt gelegt einen Schutz vor Auskühlung. Bei Jungpflanzen darauf achten, dass etwas Luft zwischen Vlies und Pflanze ist und das Vlies die Pflanzen nicht direkt berührt.

Einige Pflanzen, die für Direktsaat geeignet sind, werde ich als Jungpflanzen vorzuziehen, wie Mais und Kohlpflanzen.

Bei Kulturen mit einer schnellen Kulturzeit, kann man die Saat auch noch etwas nach hinten verschieben, dies werde ich auf jeden Fall bei den Bohnen so machen.

Für ganz empfindliche Pflanzen kann man ein Regendach bauen. Dies empfiehlt sich beispielsweise bei Tomaten.

Gärtnern bei Dauerregen

Kürbisgewächse behalte ich noch etwas im Gewächshaus, dabei ist jedoch zu beachten, dass sie in den kleinen Töpfen ordentlich mit Nährstoffen versorgt werden.

Hochbeete vor den flachen Beeten bepflanzen, da dort das Wasser besser abfließen kann.

Pflanzen wie Salate auf kleinen Dämmen anbauen, dort kann das Wasser besser abfließen. Bei Blumen einen größeren Pflanzabstand wählen, damit sie nach dem Regen besser abtrocknen können.

Geduld: GärtnerInnen sollten nichts erzwingen wollen, normalerweise würde man mit empfindlichen Pflanzen bis nach den Eisheiligen, also bis zum 16. Mai warten, was spricht dagegen noch ein paar Tage länger zu warten, die meisten Anzuchten sind sowieso etwas zurück.

Ich hoffe ich konnte Euch ein paar Tipps mit auf den Weg geben, damit Eure Pflanzen den Regen gut überstehen und einer reichen Ernte nichts im Weg steht. Ein positives hat das Gärtnern bei Dauerregen auch, Ihr müsst nicht gießen und könnt Eure Regentanks so richtig voll machen.

Übrigens wenn Ihr wissen wollt welche Pflanzungen man generell besser nach den Eisheiligen macht, schaut einmal hier.

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